Werkflow
Lizenzen & Kosten

Copilot Credits: So deckelst du die Agenten-Kosten in Microsoft 365

Neben der Lizenz pro Person rechnet Microsoft Cowork, Code und Agenten künftig nach Verbrauch ab. Wer vor dem ersten Agenten Limits setzt, behält die Kosten im Griff. Ein Ablauf in acht Schritten.

Lesezeit: 6 Min.Stand: Okt. 20267 Quellen

Bisher war Microsoft 365 Copilot eine einfache Rechnung: ein fester Preis pro Person und Monat. Mit Cowork, Code und den neuen Agenten in SharePoint kommt eine zweite Rechnung dazu. Sie läuft über Copilot Credits und wächst mit der Nutzung. Wer das Kostenmanagement erst nach dem ersten Agenten einrichtet, sieht die Folgen auf der Azure-Rechnung.

Was sich ändert

Microsoft teilt Copilot in zwei Abrechnungsarten. Die Benutzerlizenz deckt die Alltagsarbeit ab: Besprechungen zusammenfassen, Dokumente entwerfen, Daten auswerten. Copilot Business kostet 21 USDP pro Person und Monat, im Aktionspreis bei jährlicher Zahlung 18 USD. Agentische Arbeit, die mehr Rechenzeit oder Frontier-Modelle braucht, rechnet Microsoft dagegen nach Verbrauch in Copilot Credits ab.H

  • Über Credits laufen: Cowork, Code, Autopilot, erweiterte Arbeit in SharePoint und OneDrive, die Work IQ API und der Teams Phone Agent.H
  • Die Lizenz bleibt Pflicht: Die meisten dieser Funktionen setzen eine Copilot-Lizenz voraus. Credits ersetzen sie nicht, sie kommen dazu.
  • Ohne Richtlinie kein Verbrauch: Bevor jemand diese Funktionen nutzen kann, muss ein Admin eine Ausgaberichtlinie einrichten.H

Die Termine

Datum Was passiert
16.10.2026 Bestehende Angebote heißen bei Händlern (CSP) jetzt „(add-on)“, etwa „Microsoft 365 Copilot Business (add-on)“.
01.12.2026 Bei neuen Copilot-Business-Lizenzen über Händler ist die nutzungsbasierte Abrechnung standardmäßig aktiv. Das Standardlimit liegt bei 4.000 CreditsH pro Person und Monat, für den Tenant bei 1,2 Millionen.
01.12.2026 Neue Copilot-Angebote ohne Microsoft-365-Basisabo kommen zum gleichen Preis wie die bisherigen. Die Add-on-Angebote werden nicht mehr verkauft, laufen aber weiter.

Drei Einschränkungen sind wichtig. Erstens gilt die Standardaktivierung zum Start nicht in Deutschland und zehn weiteren Ländern, darunter Frankreich, Italien und die Niederlande. Wann sie hier kommt, nennt Microsoft noch nicht. Zweitens greift sie nur beim Kauf: Bestehende Lizenzen und Upgrades bekommen sie nicht automatisch. Drittens sind Microsoft 365 Copilot für Enterprise, Bildung und Non-Profit ausgenommen.H Der Termin wurde bereits einmal verschoben, vom 2. November auf den 1. Dezember.

Was ein Credit kostet

Einen eigenen Credit-Preis für Cowork nennt Microsoft auf den Einrichtungsseiten nicht. Verwiesen wird auf den Copilot Credits Licensing Guide und einen Schätzrechner. Öffentlich sind die Sätze für Copilot Studio: Ein Kapazitätspaket mit 25.000 Credits kostet 200 USD pro Tenant und MonatP, Vorauskäufe sparen bis zu 20 %.

Ein Rechenbeispiel, keine Preisangabe: Beim Paketpreis kostet ein Credit 0,8 US-Cent. Das Standardlimit von 4.000 Credits entspräche dann bis zu 32 USD pro Person und Monat, zusätzlich zur Lizenz. Bei 50 Personen wären das im Höchstfall 1.600 USD im Monat. Ob Cowork-Credits genauso abgerechnet werden, prüfst du im Licensing Guide.

Der Ablauf

AblaufAI-SchrittMenschSystem und DatenPrüfung
  1. 01StartLizenzbestand prüfen: Add-on oder neues Angebot, gekauft vor oder ab 1. Dezember
  2. 02MenschGlobal- oder Billing-Admin öffnet im Admin Center Copilot, dann Cost Management, dann Get Started
  3. 03SystemAbrechnung wählen: Azure-Abo verbinden, Vorauskauf vor Pay-as-you-go
  4. 04SystemMonatslimit für den Tenant und Limit pro Person setzen, Warnschwellen festlegen
  5. 05PrüfungSollen neue Dienste automatisch unter die Richtlinie fallen?
    nein: „Auto-apply new services“ ausschalten und neue Dienste einzeln freigeben
  6. 06MenschRichtlinie zuerst nur für eine Pilotgruppe aktivieren
  7. 07SystemVerbrauch monatlich im Dashboard auswerten
  8. 08ErgebnisLimits anpassen, ausweiten oder auf null setzen

Zwei Einstellungen entscheiden über die Kosten. Das Limit pro Person verhindert, dass eine einzelne Person das Monatsbudget des ganzen Tenants verbraucht. Microsoft empfiehlt ausdrücklich, es zu setzen. Die Option „Auto-apply new services“ ist standardmäßig an: Jeder neue Dienst, den Microsoft über Credits abrechnet, fällt dann automatisch unter deine Richtlinie.H

Ein Limit von null stoppt weitere Ausgaben, ohne die Richtlinie zu löschen. Erst das Löschen beendet die Abrechnung vollständig.H

Wer was darf

  • Global- und Billing-Admin: legen Abrechnung und Richtlinien an. Microsoft rät, Global Admin nur im Notfall zu nutzen.
  • AI- und License-Admin: bearbeiten Richtlinien, Limits und Warnungen, legen aber keine neuen Richtlinien an.
  • Reader-Rollen: sehen nur Verbrauch und Berichte. Diese Rolle passt für Controlling.

Grenzen und Risiken

  • Bewegliche Regeln: Termine, Länder und Dienste ändern sich. Prüfe vor jeder Entscheidung die Partner-Center-Ankündigungen.
  • Warnmails: Ab der Schwelle verschickt Microsoft täglich Warnungen, bis der Monat neu beginnt. Wähle die Empfänger bewusst.
  • Daten: Cowork arbeitet mit Firmendaten. Credits ändern nichts daran, dass Freigaben stimmen müssen, siehe unseren Artikel zum Firmenwissen.
  • Betriebsrat: Werten Verbrauchsberichte die Nutzung einzelner Personen aus, ist das eine technische Einrichtung im Sinn von § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG.
  • Herkunft der Zahlen: Alle Angaben stammen von Microsoft. Den Credit-Preis für Cowork beziffert Microsoft öffentlich nicht.

Die Lizenzpreise der anderen Assistenten vergleicht unser Artikel zum AI-Tool-Stack.

So startest du

  1. Liste alle Copilot-Lizenzen mit Kaufweg und Kaufdatum auf.
  2. Lege fest, wer Cowork und Agenten im Pilot nutzen darf, höchstens zehn Personen.
  3. Richte die Standardrichtlinie mit Tenant-Limit, Limit pro Person und einer Warnschwelle bei 80 % ein.
  4. Schalte „Auto-apply new services“ aus, bis du die neuen Dienste kennst.
  5. Werte nach vier Wochen den Verbrauch aus und entscheide, ob du ausweitest.

Quellen

  1. HMicrosoft Partner Center: Ankündigungen Oktober 2026 (Update 14.10.2026)
  2. HMicrosoft Partner Center: Nutzungsbasierte Abrechnung für Copilot Business (Stand 12.10.2026)
  3. HMicrosoft Learn: Benutzerlizenz und nutzungsbasierte Abrechnung (Stand 06.10.2026)
  4. HMicrosoft Learn: Nutzungsbasierte Abrechnung für Copilot Credits, Überblick
  5. HMicrosoft Learn: Nutzungsbasierte Abrechnung einrichten
  6. PMicrosoft: Copilot Studio, Preise (Abruf Oktober 2026)
  7. PMicrosoft: Microsoft 365 Copilot Business (Abruf Oktober 2026)
Mehr aus diesem Ressort