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Prompting für Business-Aufgaben

Ein Baukasten für Prompts, die beim ersten Mal brauchbare Ergebnisse liefern, und eine eigene Prompt-Bibliothek.

Lernziele

  • Du baust Prompts aus sechs Bausteinen.
  • Du verbesserst einen Prompt gezielt in mehreren Runden.
  • Du legst eine kleine Prompt-Bibliothek für dein Team an.
2.1

Der Prompt-Baukasten

Gute Prompts sind keine Zaubersprüche, sondern gute Arbeitsaufträge. Sie enthalten dieselben Informationen, die du einer neuen Kollegin geben würdest. Sechs Bausteine haben sich bewährt:

Baustein Frage Beispiel
Rolle Aus welcher Perspektive? „Du bist Kundenservice-Profi bei einem Online-Shop.“
Ziel Was soll am Ende stehen? „Schreib eine Antwort auf diese Reklamation.“
Kontext Was muss das Modell wissen? Kundenmail, Rückgaberegeln, Bestellstatus
Format Wie soll es aussehen? „Höchstens fünf Sätze, Du-Form, kein Smalltalk.“
Beispiele Woran soll es sich orientieren? Eine gute Antwort aus der Vergangenheit
Prüfkriterien Woran erkennst du Erfolg? „Nenne die Frist. Erfinde keine Zusagen.“

Nicht jeder Prompt braucht alle sechs Bausteine. Ziel, Kontext und Format gehören aber fast immer dazu.

2.2

Iterieren statt neu anfangen

Die erste Antwort ist selten die beste. Statt den Prompt zu verwerfen, sag dem Modell konkret, was fehlt: „Kürzer“, „Ohne Fachbegriffe“, „Ergänze die Kosten als Tabelle“. Präzises Feedback wirkt stärker als ein komplett neuer Versuch.

Drei Techniken helfen besonders:

  • Erst fragen lassen: „Stell mir drei Rückfragen, bevor du schreibst.“ So kommt fehlender Kontext auf den Tisch.
  • Schritte trennen: Erst Gliederung, dann Text. Erst Analyse, dann Empfehlung.
  • Selbstprüfung: „Prüfe deine Antwort gegen die Kriterien und markiere, was nicht erfüllt ist.“
2.3

Die Prompt-Bibliothek

Ein guter Prompt ist ein Arbeitsmittel und gehört gespeichert wie eine Vorlage. Lege für dein Team eine einfache Bibliothek an, etwa als Tabelle oder Seite im Wiki. Pro Eintrag reichen fünf Felder: Aufgabe, Prompt, benötigter Kontext, erlaubte Datenklasse, Ansprechperson.

Viele Anbieter pflegen eigene Prompt-Sammlungen, darunter Microsoft, Google, Anthropic und OpenAI. Sie sind ein guter Startpunkt, passen aber selten ohne Anpassung zu deinem Unternehmen. Die besten Einträge entstehen aus echten Aufgaben deines Teams.

Übung

Drei Runden für einen Prompt

Verbessere einen Prompt für eine Aufgabe, die du jede Woche erledigst.

Aufgabe im Arbeitsalltag erledigen

Diese Aufgabe machst du in deinem Arbeitsalltag, nicht hier im Kurs. Hake die Schritte ab, wenn du sie erledigt hast.

Das kommt dabei heraus: Dein erster Eintrag für die Prompt-Bibliothek deines Teams.

Ergebnis hier eintragen

Trag ein, was bei der Aufgabe herausgekommen ist. Alles wird automatisch gespeichert.

Beispiel ansehen

So könnte ein ausgefülltes Ergebnis aussehen. Deine Einträge bleiben unverändert.

Dein Prompt in drei Runden
Aufgabe, für die der Prompt gedacht ist
Antworten auf Kundenreklamationen entwerfen
Runde 1: erster Prompt
Schreib eine Antwort auf diese Reklamation.
Was hat gefehlt?
Zu förmlich, keine Lösung angeboten
Runde 2: mit Ziel, Kontext und Format
Du bist Kundenservice-Profi bei einem Online-Shop. Ziel: eine freundliche Antwort mit Lösung. Kontext: Die Lieferung kam beschädigt an. Format: höchstens 120 Wörter, Du-Form.
Was hat sich verbessert?
Lösung enthalten, Ton passt
Runde 3: beste Version
Du bist Kundenservice-Profi bei [Firma]. Beantworte die Reklamation unten. Ziel: Problem anerkennen, Lösung anbieten (Ersatz oder Gutschrift), nächste Schritte nennen. Format: höchstens 120 Wörter, Du-Form, ohne Floskeln. Frag nach, wenn die Bestellnummer fehlt.
Benötigter Kontext
Reklamationstext, Bestellnummer, Kulanzregeln
Erlaubte Datenklasse
Intern
Ansprechperson
Teamleitung Kundenservice
Dein Prompt in drei Runden

Landet in deinem Arbeitsheft

Dieses Ergebnis brauchst du in keinem späteren Modul. Es bleibt aber im Arbeitsheft und lässt sich dort exportieren.

Quiz

1. Welche drei Bausteine gehören fast immer in einen Business-Prompt?

2. Die erste Antwort ist zu lang und zu allgemein. Was ist der beste nächste Schritt?

3. Wozu dient die Anweisung „Stell mir drei Rückfragen, bevor du schreibst“?

4. Welches Feld gehört in jeden Eintrag einer Prompt-Bibliothek, damit sie sicher genutzt wird?