Ein Assistent beantwortet Fragen. Ein Workflow führt feste Schritte aus. Ein Agent bekommt ein Ziel und entscheidet selbst, welche Schritte er dafür geht und welche Werkzeuge er nutzt. Das ist mächtig und genau deshalb riskant.
Wo Agenten 2026 stehen
Die Zahlen gehen weit auseinander, je nachdem, wen man fragt. In der McKinsey-Umfrage vom August 2026 berichten 40 % der Befragten aus GroßunternehmenU mit mehr als einer Milliarde US-Dollar Umsatz, dass ihre Organisation AI-Agenten skaliert. Im Vorjahr waren es 27 %. Bei kleineren Organisationen stagniert der Wert bei 22 %U. Am weitesten skaliert sind nach wie vor Chatbots mit 47 %U. Coding-Agenten skalieren rund zwei von zehn Organisationen, bei Großunternehmen sind es 31 %.
Microsoft meldet für die eigene Plattform ein 15-faches WachstumD aktiver Agenten in Microsoft 365, in Großunternehmen sogar ein 18-faches. Der Stanford AI Index 2026 zeigt dagegen, dass der Agenten-Einsatz in fast allen Unternehmensfunktionen noch im einstelligen Prozentbereich liegt.
Beides passt zusammen: Das Wachstum ist steil, die Basis klein.
Assistent, Workflow, Agent
| Assistent | Workflow | Agent | |
|---|---|---|---|
| Wer entscheidet die Schritte? | Mensch | Vorab festgelegt | AI |
| Typisches Beispiel | Mail-Entwurf | Rechnung ins ERP | Recherche über mehrere Quellen und Bericht |
| Risiko | gering | mittel | hoch |
Viele Aufgaben, die als Agenten-Projekt starten, sind mit einem festen Workflow besser gelöst. Ein Agent lohnt sich erst, wenn die Schritte wirklich vom Einzelfall abhängen.
Der Ablauf: Leitplanken für den ersten Agenten
- 01StartEng begrenzte Aufgabe definieren
- 02SystemMinimale Rechte: nur nötige Tools und Daten
- 03AIAgent plant und führt Schritte aus
- 04PrüfungExterne Aktion? Mail, Zahlung, Löschungja: Mensch bestätigt vor Ausführung
- 05DatenJeder Schritt wird protokolliert
- 06PrüfungAbbruchkriterium erreicht?ja: Übergabe an einen Menschen
- 07ErgebnisWöchentlicher Fehler-Review
Bevor du startest, fülle für jeden Agenten einen Steckbrief aus: Ziel in einem Satz, erlaubte Werkzeuge, verbotene Aktionen, Abbruchkriterien, verantwortliche Person, Kostenlimit pro Monat.
Grenzen und Risiken
- Prompt Injection: Ein Agent, der Webseiten oder Mails liest, kann versteckte Anweisungen darin befolgen. Gib ihm keine Rechte, die ein Angreifer missbrauchen könnte.
- Fehlaktionen: Mails senden, Daten löschen und Zahlungen auslösen nur nach menschlicher Bestätigung.
- Kosten: Viele Agenten werden nach Nutzung abgerechnet. Setze Limits und Warnschwellen.
- Herkunft der Zahlen: Das Wachstum aktiver Agenten ist eine Angabe von Microsoft für die eigene Plattform.
So startest du
- Suche eine Aufgabe, bei der die Schritte je nach Fall variieren, etwa die Vorbereitung eines Kundentermins aus CRM, Mails und Website.
- Gib dem Agenten nur Leserechte.
- Lass ihn vier Wochen lang Ergebnisse vorschlagen, die ein Mensch übernimmt oder verwirft.
- Erweitere Rechte erst, wenn die Fehlerquote niedrig und gut dokumentiert ist.